Podologie A – Z

zurück zur Übersicht Podologie von A bis Z

Übersicht F – J

  Fuß
  Fußwurzel
  Fußwölbung
  Fußpilz
  Fußschweiß
  Geschwüre
  Hohlfuß
  Hallux Valgus

 

Fuß

Der Fuß ist das Stütz - und Fortbewegungsorgan des Menschen.

Da er nicht nur unser gesamtes Körpergewicht tragen muß, und damit auch das meist belastete Körperteil ist, sondern auch noch eine stoßdämpfende Funktion hat, ist er mit besonders stabilen Knochen, eine Vielzahl stützender Bänder und haltgebender Muskeln ausgestattet (s.a. Engelhardt 1998; Tittel 1994).

Dabei umfasst der menschliche Fuß insgesamt 26 Knochen und 33 Gelenke (AOFAS 2000).

Nach Engelhardt (1998, S. 143) besteht der Fuß aus drei Teilen:

  •  der Fußwurzel (Tarsus) mit sieben Fußwurzelknochen (Ossa tarsi)
  •  dem Mittelfuß (Metatarsus) mit den fünf Mittelfußknochen (Ossa metatarsalia) und
  •  fünf Zehen, bei denen die Großzehe (Hallux) zwei, die übrigen Zehen (Digiti pedis) jeweils drei Knochen enthalten
nach oben zur „Übersicht“
 

Fußwurzel

Die Fußwurzelknochen können in zwei Gruppen unterteilt werden.

Zur fibularen Gruppe zählt der am weitesten dorsal liegende und gleichzeitig größte Fußwurzelknochen das Fersenbein (Calcaneus) sowie das Würfelbein (Os cuboideum).

Die tibulare Gruppe umfasst das Sprungbein (Talus), das auf dem Fersenbein liegt, das Kahnbein (Os naviculare), das distal vom Sprungbein und medial vom Calcaneus liegt, und die drei Keilbeine (Ossa cuneiformia I-III) genannt, die zwischen dem Kahnbein und dem Würfelbein, ventral und lateral, eingeschlossen nebeneinander liegen.

nach oben zur „Übersicht“
 

Fußwölbung

Das Fußskelett und damit auch der ganze Mensch wird durch ein Quer- und Längsgewölbe gehalten und gestützt.

Dies ist natürlich nur durch entsprechend ausgebildete Unterschenkel- und Fußsohlenmuskulatur, sowie haltgebender Bänder möglich.

Die Konkavität des medialen Bogens wird durch die folgenden Muskeln verspannt. Das wäre

  •  der hintere Schienbeinmuskel (M. tibialis posterior)
  •  der lange Großzehenbeuger (M. flexor hallucis longus)
  •  der lange Zehenbeuger (M. flexor digitorum longus) und
  •  der lange Wadenbeinmuskel (M. peroneus longus)

(Tittel 994, S. 189).

Das Längsgewölbe gliedert sich in ein inneres und äußeres.

Das innere Längsgewölbe und damit auch das längste, reicht vom Fersenbein, Sprungbein, Kahnbein, den Keilbeinen, den 1. bis 3. Mittelfußknochen bis zu den zugehörigen Zehen und liegt somit auf der Innenseite des Fußes.

Das äußere Längsgewölbe zieht vom Fersenbein, Würfelbein, den 4. und 5. Mittelfußknochen bis zu den entsprechenden Zehen.

Die Ferse und der Vorfuß sind die Hauptauflagepunkte, die durch ein Fettpolster vor Druckschäden und das auf ihnen lastende Körpergewicht geschützt sind.

Das Quergewölbe oder auch vorderer Bogen dagegen bildet sich im Vorfuß zwischen dem 1. und 5. Strahl.

Durch Bänder und Sehnen, wie dem M. peronaeus longus (Verlauf schräg nach vorn medial), der alle drei Bögen unterstützt, dem Caput transversum des M. adductor hallucis (transversal orientiert) und den plantaren Insertionen des M. tibialis posterior (ziehen schräg nach vorn lateral), wird die vordere Wölbung gesichert.

Aus der Vielzahl der stabilisierenden Bänder wären das Lig. metatarsea und das lange Fußsohlenband, das Lig. plantare longum zu nennen, die zwar noch zusätzlich das Quergewölbe verspannen, aber es trotzdem elastisch halten (Kapandji 1985, S. 224).

nach oben zur „Übersicht“
 

Fußpilz

Fußpilz wird von Mensch zu Mensch übertragen oder über sporenverseuchte Böden, Strümpfe oder Schuhe. Pilze gedeihen in feuchtwarmem Klima besonders gut.

Die Gefahr sich anzustecken ist vor allem dort groß, wo viele Menschen barfuß laufen: in Schwimmbädern, öffentlichen Duschen, Saunen und Hotelzimmern. Am besten an solchen Orten immer Badeschuhe tragen.

Vorbeugen kann man auch durch richtige Hygiene, Tragen von Schuhen und Strümpfen aus atmungsaktiven Materialien und tägliches Wechseln der Strümpfe und Schuhe.

Mit Fußpilz infiziert werden vor allem Menschen, deren Hautoberfläche an den Füßen Risse oder kleine Verletzungen aufweist oder deren Hautgewebe geschwächt ist.

Ein gesunder Fuß bietet den Pilzsporen keinen Nährboden.

Ein hohes Risiko für Fußpilz haben Diabetiker, Menschen mit Durchblutungsstörungen, ältere Menschen und solche, die ständig Medikamente nehmen. Typische Symptome sind gerötete Hautstellen und schuppende, juckende Haut zwischen den Zehen. Zur Behandlung gibt es Pilzmittel, die äußerlich angewendet werden.

nach oben zur „Übersicht“

Fußschweiß

Fußschweiß ist die vermehrte Absonderung von Schweiß an den Füßen, besonders zwischen den Zehen und an den Fußsohlen.

Mit Fußschweiß verbunden ist meistens ein übler Geruch, der durch die bakterielle Zersetzung der organischen Schweißbestandteile entsteht.

Fußschweiß kann zu Hautentzündungen und Ekzemen führen und begünstigt die Ansiedelung von Fußpilzen.

Gegensteuern kann man durch Einpudern, mit Fußsprays oder Eichenrindebädern.

Rezept:
Füße zweimal täglich in ein körperwarmes Eichenrindebad stecken.

500 Gramm Eichenrinde in vier bis fünf Litern Wasser eine Viertelstunde kochen und den Aufguss ins Bad geben.

Eichenrindeextrakt gibt es in der Apotheke zu kaufen.

nach oben zur „Übersicht“
 

Geschwüre

Geschwüre entstehen vor allem bei Diabetikern an den Beinen und Füßen.

Das Risiko für Geschwüre können sie senken, indem sie besonders weiche Schuhe tragen, ihre Füße täglich auf Verletzungen und Druckstellen untersuchen, regelmäßig zur Fußpflege gehen und nicht barfuß laufen, weil dabei die Verletzungsgefahr besonders groß ist.

Sobald sich an den Füßen eine wunde Stelle bildet, sollte ein Arzt um Rat gefragt werden.

nach oben zur „Übersicht“
 

Hohlfuß

Dem Plattfuß steht der Hohlfuß (Pes excavatus) gegenüber, der durch eine Verstärkung des Fußlängsgewölbes definiert bzw. durch einen hohen Rist gekennzeichnet werden kann.

Die Ursachen eines Hohlfußes können durch eine Störung des Muskelgleichgewichtes, bei Ausfall bestimmter Beugemuskeln oder an ein zu steil stehen der Mittelfußknochen oder des Fersenbeins liegen.

Bei Ausfall einiger Beugemuskeln extendieren z.B. die Streckmuskeln den Fuß stärker nach dorsal.

Ursachen können an zu kleinen Schuhen oder an hohen Absätzen liegen.

Beim Laufen lässt sich der Hohlfuß im Vergleich zum Plattfuß durch folgende Ausprägungen in der Druckkurve abgrenzen:
Schmale, hohe Belastung der Ferse, wenig ausgedehnte starke Belastung des Vorfußes mit Betonung der Medialseite was zur Entstehung schmerzhafter Schwielen führt (Debrunner 1985, S. 54).

Bei einer Abflachung des Fußquergewölbes entsteht ein Spreizfuß.
Die Mittelfußknochen und deren Köpfchen sind stärkeren Belastungen ausgesetzt, weil sich deren Abstand vergrößert. Leider muss der Spreizfuß zu den häufigsten, schmerzhaftesten und degenerativen Erkrankungen gezählt werden.

Deformitäten können entweder durch Tragen einfacher Einlagen und orthopädischen Schuhen oder letztendlich durch eine Operation wieder hergestellt werden.

(Niethard 1989; Tittel 1994)

nach oben zur „Übersicht“
 

Hallux Valgus

Der Hallux Valgus ist die häufigste Fehlstellung der Zehen. Dabei ist die große Zehe in Richtung der anderen Zehen abgewinkelt und der Ballenbereich vorgewölbt.

Der Hallux Valgus entsteht vor allem durch zu enge, zu spitze Schuhe.

Betroffene haben häufig Schmerzen beim Gehen und Stehen und geschwollene Füße.

Passende Schuhe zu finden ist problematisch; durch Druck kommt es auch immer wieder zu Hühneraugen.

Im Frühstadium kann die Erkrankung aufgehalten werden. Maßnahmen sind die seitliche Ausweitung des Schuhs, Filzeinlagen zwischen der ersten und zweiten Zehe und das Tragen von Sandalen und breiten Sportschuhen.

Eine dauerhafte Heilung ist nur durch eine Operation möglich.

nach oben zur „Übersicht“
 
weiter zu Podologie K – O
 
Wir wollen Ihnen die Podologie näherbringen, um eine höhere Akzeptanz für den Beruf in der Öffentlichkeit zu erreichen.
Wir haben verschiedene Themen zusammengefasst, um eine deutliche Abgrenzung zwischen med. Fußbehandlung und Fußpflege ersichtlich zu machen.
Um Ihr ausgewähltes Dokument betrachten zu können, müssen Sie sich den Adobe Acrobat Reader installieren.
Das PDF-Dokument wird in einem neuen Fenster geöffnet.
 

Die Inhalte dieser Seite entstanden mit freundlicher Unterstützung von Andreas Flinner.