Podolexikon – Podologie von A bis Z

Nachfolgend wollen wir Ihnen die Podologie näherbringen, um eine höhere Akzeptanz für den Beruf in der Öffentlichkeit zu erreichen.

Wir haben verschiedene Themen zusammengefasst, um eine deutliche Abgrenzung zwischen med. Fußbehandlung und Fußpflege ersichtlich zu machen.

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Grundlegendes zum Thema Podologie

  Was ist Podologie?
  Wie unterscheidet man Fußpflege von med. Podologie?
  Behandlungsspektrum
  Was versteht man unter dem Begriff diabetesgeschulter Fußpfleger/Fußtherapeut oder Podologe?
  Tipps worauf Sie achten sollten um einen Fußtherapeuten auszuwählen
  Qulitätssicherung

 

Was ist Podologie?

Die Podologie beschreibt die Lehre vom Fuß. Durch die bevorstehende gesetzliche Regelung, die Inhalte und Umfang der Ausbildung zum Podologen/ zur Podologin festschreibt, steht sie auch gesellschaftlich als nichtärztlicher Heilberuf unmittelbar vor ihrer Anerkennung.

Die Tätigkeiten eines Podologen sind vielfältig. Präventive und therapeutische Maßnahmen in den Bereichen Orthopädie, Dermatologie und Pathologie u.a. erfordern eine solide Ausbildung, damit Podologinnen und Podologen kompetent ihren Beitrag im interdisziplinären Betreuungskonzept rund um den Fuß gerecht werden können.

Podologen arbeiten als Dienstleister selbständig der in eigenen Praxis, als freie Mitarbeiter in Gemeinschaftspraxen oder als Angestellte in Krankenhäusern oder speziellen Fußambulanzen eng mit anderen Berufsgruppen, wie z.B. Ärzten, Orthopädieschuhmachern, Krankengymnasten u.a. zusammen,um in einem interdisziplinären Konzept mit ihrem Beitrag zum Erreichen verschiedener Therapieziele beizutragen.

Ein Beispiel ist der diabetische Fuß, bei dem der Podologe in Diagnostik und Therapie eine entscheidende Rolle spielt. Viele nachweisbare Erfolge unterstreichen die Wichtigkeit der Podologen an den Therapiekonzepten.

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Wie unterscheidet man Fußpflege von med. Podologie?

Die Ausbildung zum Fußpfleger oder med. Fußpfleger wird seit Jahrzehnten in unterschiedlichstem Umfang und Inhalt angeboten und durchgeführt. Die Bezeichnung med. Fußpfleger wird von vielen aus werbetechnischen Gründen, also zu Unrecht verwandt.

Die Ausbildungszeiträume schwanken von 3 Tagen bis zu ca. 6 Monaten (Teilzeit).

Die Ausbildungsinhalte und damit verbundenen Kenntnisse sind z.B. für die kompetente Mitarbeit am Fuß des Diabetikers absolut unzulänglich.

Die Ausbildung zur Podologin/zum Podologen dauert 2 Jahre (Vollzeit) in Theorie und Praxis, beinhaltet eine Zusatzausbildung für den diabetischen Fuß und schließt mit einem Staatsexamen ab.

Der Gesetzgeber wird mit dem bevorstehenden Podologengesetz die Ausbildungsinhalte und den Umfang als Referenzwert für zukünftige kompetente Ausbildungen schriftlich fixieren.

Für den Patienten wird dadurch leicht ersichtlich, wer der kompetente Ansprechpartner für ihre Fußprobleme ist. Jeder Patient kann durch die dann geschützte Berufsbezeichnung Podologin/Podologe den benötigten Ansprechpartner aus den vielen zum Teil verwirrenden Berufsbezeichnungen für sich schnell und einfach herausfiltern.

Der Podologe arbeitet neben zahlreichen Spezialtechniken wie Nagelkorrekturtechniken, Biomechanik, Orthosenherstellung und Nagelprothetik aktiv am Fuß des Diabetikers mit.

Der Patient wird also die Podologin/den Podologen als kompetent einzustufen wissen.
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Behandlungsspektrum

Zu dem Behandlungsspektrum in einer Podologenpraxis gehört

  •  fachgerechte diab. Fußbehandlung
  •  Mykosebehandlung (Pilz)
  •  Taping bei schmerzenden und deformierten Füßen
  •  Anfertigung von individuellen Korrekturmaßnahmen (Orthosentechniken)
  •  Behandlung von eingewachsenen und eingerollten Nägeln mittels Orthonyxiespangentechniken
  •  physikalische Unterstützung zur Wundbehandlung
  •  Schuhberatung sowie
  •  med. Fußbehandlung

Die Prägnanz der podologischen Behandlung ist so ausgelegt, um Ursachenbehandlungen durchzuführen.

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Was versteht man unter dem Begriff diabetesgeschulter Fußpfleger/Fußtherapeut oder Podologe?

Eine Frage, die sich sicherlich jeder von Ihnen schon einmal gestellt hat. Diese wichtige Frage für die Diabetiker möchte ich versuchen, so neutral wie möglich für Sie zu beantworten.

Den Begriff „diabetesgeschulter Fußpfleger“ gibt es als solchen geschützten Beruf nicht. Dieses bedeutet für Sie, dass jeder Fußpfleger, der eine Ausbildung egal in welchem zeitlichen Umfang durchlaufen hat, auch Füße von Diabetikern behandeln darf. Der Ausbildungsumfang ist z.Zt. sehr unterschiedlich; von 2 Tagen bis 2 Jahren. Dass es hierbei erhebliche Qualitätsunterschiede gibt, liegt deutlich auf der Hand.

Einige Berufsverbände versuchen jedoch, die Qualität der Fußpfleger zu verbessern und haben Empfehlungslisten geschaffen, die Therapeuten berücksichtigen, welche sich zum Thema „Fuß des Diabetischen Patienten“ fortgebildet haben. Ich sehe eine Gefahr in solchen Listen, da die Therapeuten bei den Fortbildungsveranstaltungen nicht überprüft wurden, ob sie das Lernziel erreicht haben.

Die Fortbildungsveranstaltungen sind teilweise nur bis mittags besucht, so dass man sich den Stempel (Nachweis) abholen kann, um wieder auf eine solche Liste zu kommen.

Es ist weiterhin verwirrend, daß jeder Berufsverband eine eigene Liste herausgibt, da die Aufnahmekriterien in den einzelnen Verbänden jedoch mehr als dürftig sind. Nehmen wir als Beispiel den größten Berufsverband (Zentralverband der medizinischen Fußpfleger Deutschlands). Die Kriterien, um in diesen Verband einzutreten, ergeben sich wie folgt: Man muss Fußpfleger sein, egal welche Ausbildung man durchlaufen hat. Deshalb besteht dieser Verband auch aus 97% kurzausgebildeter Fußtherapeuten. Das Gegenstück dieses Verbandes ist der Verband der Podologen. Die Eingangsvoraussetzungen, um hier Mitglied werden zu können, sind sehr hoch angesiedelt. Man muss eine 2-jährige Ausbildung zum Podologen absolviert haben, sowie spezielle Infrastrukturelle Nachweise der Praxis erbringen. Jährliche Überprüfung der Praxisräume auf Hygiene und zeitgemäße Arbeiten werden hier durchgeführt.

Ich fordere alle Berufsverbände auf, eine für das Bundesgebiet einheitlich geltende Liste Diabetes geschulter Fußtherapeuten zu erstellen.

Für Sie als Diabetes Patienten ist es wichtig, sich in gute Hände zu begeben. Jedoch ist die infrastrukturelle Beschaffendheit in Deutschland noch nicht gewährleistet, dass es in jeder Stadt Podologen gibt, die aus meiner Sicht die Kriterien erfüllen, um fachgerechte Diabetische Fußbehandlungen durchführen zu können.
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Deshalb einige Tipps worauf Sie achten sollten um einen Fußtherapeuten auszuwählen

 

  1. Sie sollten Vertrauen zu Ihrem Fußtherapeuten haben
  2. Fragen Sie ihn nach seiner Ausbildung wenn nötig
  3. Achten Sie auf Sauberkeit und Hygiene
  4. Achten Sie darauf das der Therapeut mit Handschuhen behandelt
  5. Es sollten ihnen nützliche und praktische Tipps vermittelt werden
  6. Bei der Erstbehandlung sollte eine Karteikarte aufgenommen werden und eine Fußuntersuchung durchgeführt werden, diese sollte jährlich wiederholt werden
  7. Es dürfen keine Verletzungen während der Behandlung erfolgen
  8. Er sollte Kontakt zu ihren Diabetologen haben
  9. Keine Hühneraugenpflaster benutzen
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Qualitätssicherung

Das von der Bundesregierung geforderte Polologengesetz ist der richtige Weg zur Qulitätssicherung.

Der Therapeut muß eine 2 jährige Ausbildung durchlaufen oder gleichwertig ausgebildet worden sein um sich med. Fußpfleger oder Podologe nennen zu dürfen.

Anderen Fußpfleger dürfen nur noch Fußpfleger genannt werden ohne das Wort medizinisch zu verwenden. Dieses wird es Ihnen leichter machen, den geeigneten Fußtherapeuten zu finden.

Schauen Sie unter dem Menüpunkt Podologenliste, hier stellen wir Ihnen geeignete Therapeuten zur Verfügung.
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Die Inhalte dieser Seite entstanden mit freundlicher Unterstützung von Andreas Flinner.